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Öffentliche Veranstaltung: Eine Sprecherin steht am Pult vor Zuschauern. Auf dem Boden liegen Zettel mit Grundrechten, dahinter ein Grünes Banner.

Rückblick: Viele Stimmen, 20 Artikel. Ein Grundgesetz – Warum Demokratie verständlich sein muss

Am 6. Oktober hat sich der neue Landtag von Sachsen-Anhalt konstituiert – ein historischer Tag und ein wichtiger Anlass, ein sichtbares Zeichen für unsere Werte zu setzen. An verschiedenen Orten kamen Menschen zusammen, um gemeinsam die ersten 20 Artikel unseres Grundgesetzes laut vorzulesen. Auch dabei: das Team unserer „Servicestelle für politische Grundbildung“. Mit rund 20 Teilnehmenden setzten wir gegenüber dem Magdeburger Dom einen besonderen Akzent und verlasen die Artikel 1 bis 19 in Leichter Sprache.
Warum? Weil Würde, Freiheit und Gleichheit nur dann garantiert sind, wenn sie von allen verstanden und gelebt werden können. Artikel 1 stellt klar: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Doch Würde bedeutet auch echte Teilhabe. In Deutschland gibt es rund 6,2 Millionen erwerbsfähige Erwachsene, die nicht ausreichend lesen und schreiben können – allein in Sachsen-Anhalt betrifft das schätzungsweise 200.000 Menschen. Wenn Gesetze, behördliche Briefe oder politische Debatten in einer Sprache geführt werden, die Hürden aufbaut statt Brücken zu schlagen, werden diese Menschen von echter Teilhabe ausgeschlossen. Verständliche Sprache ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Mitgestaltung und Vertrauen in demokratische Strukturen. Eine Demokratie lebt davon, dass ihre Bürgerinnen und Bürger nicht nur Stimmberechtigte sind, sondern aktiv und informiert am gesellschaftlichen Prozess teilnehmen können. Politische Grundbildung und verständliche Sprache sind daher kein „Nett-zu-haben“, sondern eine entscheidende Säule unseres friedlichen und demokratischen Zusammenlebens.

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